Schule / Bildung / Generationen

Zu den Grundschulen habe ich bereits auf einer anderen Seite Stellung bezogen. Die Verbandsgemeinde hat nur eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten zum Schulstandort. Daher ist es mir wichtig „Sprachrohr“ und Ansprechpartner für die Belange unserer Schüler innerhalb der Verbandsgemeinde zu sein. Gleichgültig ob Fachhochschule oder Grundschule, jede dieser Einrichtungen ist ein Standortfaktor für unsere Verbandsgemeinde.

Über viele Jahre hat sich in Höhr-Grenzhausen ein Jugendnetzwerk entwickelt, das auch in den Gemeinden Hillscheid und Hilgert aktiv in der offenen Jugendarbeit tätig ist. Als zentrale Stelle hat sich hier das Jugend- und Kulturzentrum „Zweite Heimat“ etabliert. Diese Arbeit gilt es weiter zu unterstützen und in den Ortsgemeinden auszubauen. Erstrebenswert ist eine Zusammenarbeit von ehrenamtlichen Mitarbeitern und den „Profis“. Hierdurch wird es möglich sein, auch ohne Aufstockung des Personals viele hilfreiche kleine Bausteine in der Jugendarbeit anzubieten.

Die im Schuljahr 2007/2008 begonnene Schulsozialarbeit an der Hauptschule, hierfür wäre eigentlich der Westerwaldkreis zuständig, muss auch in der Realschule plus fortgeführt werden. Die optimale Zusammenarbeit zwischen Jugendhaus und Schule sollte beibehalten und die Schulsozialarbeit weiterhin von der „Zweiten Heimat“ angeboten werden, wenn der Westerwaldkreis als Schulträger der Realschule plus die ungedeckten Kosten übernimmt.

In den kommenden Jahren wird es neue Aufgaben für die Kommunen durch die Auswirkungen des demographischen Wandels geben. Dabei gilt es beispielhaft den Umbau des Stadt- und der Ortskerne in den Vordergrund zu rücken. Anstatt immer weitere Neubaugebiete auszuweisen sollte man zu Rückbau und Sanierung von altersgerechtem Wohnraum in den Ortskernen übergehen. An zwei Zahlen möchte ich deutlich machen welche Auswirkungen der Anstieg der älteren Bevölkerung hat. In Höhr-Grenzhausen gibt es rund 250 Plätze in Seniorenheimen, dieser Zahl steht eine Einwohnerschaft von über 650 Menschen mit dem Lebensalter 80 Jahre und älter gegenüber. Im Durchschnitt suchen Menschen im Lebensalter von 80 Jahren einen Platz in einem Seniorenheim. Es wird deutlich, dass man neben den Heimplätzen andere Formen von altersgerechtem Wohnen schaffen und anbieten muss. Hierfür müssen die Strukturen, auch ehrenamtliche, geschaffen werden.
Unserem ausgeprägten Jugendnetzwerk sollte ein gleichwertiges Seniorennetzwerk zur Seite stehen. Hier stellt sich die Chance durch bürgerschaftliches Engagement, denn viele junge und aktive „Alten“ wollen ihre Zukunft selbst gestalten und sind sich der kommenden Veränderung bewusst. Die Unterstützung dieses Engagements muss durch die Verwaltung gewährleistet sein und als neue „Querschnittsaufgabe“ in der Verwaltung angesehen werden.

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